Dr. med.
Martin Klieme

Facharzt für Allgemeinmedizin
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
Klassische Homöopathie
Psychosomatik · Akupunktur

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Allgemeine homöopa­thische Zeitung

(AHZ 5/1998, Band 243, Seite 198-202) Homöopathie – Eine Standortbestimmung des Deutschen Zentralvereins homöopa­thischer Ärzte | F. Bonsch

Vorwort

Immer wieder wird der von Samuel Hahnemann für eine ganz bestimmte Therapie geprägte Begriff „Homöopathie‟ in der Öffent­lichkeit falsch verwendet, indem damit auch Heil­weisen bezeichnet werden, die mit der Homöopathie Hahnemanns nichts zu tun haben. Es ist deshalb sehr verdienst­voll, dass der Deutsche Zentral­verein Homöopa­thischer Ärzte (DZVHÄ) nun eine Definition erarbeitet hat, die eine klare Abgrenzung gegen­über allen anderen Therapie­formen erlaubt. Selbst­verständlich muss jeder homöopa­thische Arzt vor Ein­leitung einer Homöotherapie eine exakte klinische Diagnose stellen, um entscheiden zu können, ob eine homöopa­thische Behandlung im vor­liegenden Fall angezeigt ist, oder ob andere Therapie­formen in Frage kommen. Auf diese wird in der Stand­ort­bestimmung auch hin­gewiesen. Dieser Text ist das Ergebnis einer sorg­fältigen Meinungs­bildung im Deutschen Zentral­verein Homöopa­thischer Ärzte (DZVHÄ), an der viele erfahrene Praktiker beteiligt waren. Vom wissen­schaftlichen Beirat des DZVHÄ wurde er in der Sitzung vom 16.11.1996 verabschiedet.

Definition und Herkunft des Begriffes

Die Homöopathie ist eine Arznei­therapie, die von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann Anfang des 19. Jahr­hunderts entwickelt wurde. Ihre wichtigsten Merkmale sind die gezielte Arznei­mittel­wahl mit Hilfe der Ähnlich­keits­regel, die sich nach den individuellen Krankheits­zeichen und Persönlichkeits­merk­malen des Patienten richtet, sowie die Verwendung der Arznei­mittel in potenzierter Form.

Das Wort „Homöopathie‟ ist abge­leitet aus den griechischen Stämmen „homoios‟, - ähnlich, und „pathos‟ - Leiden, Krankheit. Bereits in den Schriften der Schule von Hippokrates findet sich in dem Buch „Von den Stellen des Menschen‟ die folgende Formulierung „Durch das Ähnliche entsteht die Krank­heit und durch Anwendung des Ähnlichen wird die Krankheit geheilt‟ (3, Bd. Vl, S. 334, zitiert nach 4, Bd. 1, S. 27f.; vgl. auch 1, S. 60).

Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) hat dieses Ähnlichkeits­prinzip systematisch aus­gearbeitet, klinisch erprobt, erfolgreich praktiziert und im „Organon der Heilkunst‟ veröffent­licht: „Durch Beobachtung, Nachdenken und Erfahrung fand ich, dass im Gegen­teile von der alten Allopathie die wahre, richtige beste Heilung zu finden sei in dem Satze: Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheits­falle, eine Arznei welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll." (1, S. 50) Es war Hahnemanns erklärte Absicht, die ärztliche Praxis auf eine wissen­schaftliche Grund­lage zu stellen, die er konsequent und unter Anwendung aller damals verfüg­baren medizinischen Kenntnisse und Methoden in die Tat umsetzte. Dabei arbeitete er als einer der Ersten in der jüngeren Geschichte mit systematischer Arznei­mittel­prüfung, Beobachtung und Dokumen­tation.

Entwicklung und Verbreitung

Schon im 19. Jahrhundert entwickelten sich innerhalb der Homöopathie verschiedene methodische Schwer­punkte. Unter dem Ein­druck der Kritik seitens der Natur­wissenschaften an der Verwendung hoher Potenzen wurde versucht, stofflich-natur­wissen­schaftliche Konzepte in die Homöopathie zu integrieren. Diese „wissen­schaftlich-kritische‟ Richtung der Homöopathie verwendet bevorzugt niedrige Potenzen, bei denen eine unmittelbar stoffliche Wirkung denkbar erscheint und arbeitet mehr organbezogen, diagnosen­orientiert und weniger systemisch als die klassische Richtung. Anwender „klassischer‟ Homöopathie betonen eine engere Anlehnung an die Angaben Hahnemanns.

Der ärztlichen Beobachtung wird ein hoher Stellen­wert eingeräumt, während stofflich-natur­wissen­schaftliche Erklärungs­modelle eine geringere Bedeutung besitzen. Der therapeu­tische Ansatz ist betont systemisch, d. h. man legt Wert auf die Ein­beziehung der gesamten persönlichen Situation des Patienten und sämtlicher Zusammen­hänge in die diagnos­tischen und thera­peutischen Über­legungen.

Bezüglich der Arznei­behandlung bauen jedoch beide Richtungen der Homöopathie gleicher­maßen auf dem Ähnlich­keits­prinzip und der Anwendung poten­zierter Arznei­stoffe auf. Die Homöopathie ist heute welt­weit verbreitet und, zum Beispiel in der Europäischen Gemeinschaft, auch gesetzlich geregelt.

In der Absicht, die zeit­raubende Unter­suchung des Patienten abzu­kürzen und die im Einzel­fall komplizierte Mittel­wahl zu vereinfachen, wurden zahl­reiche Modifi­kationen versucht, von denen einige größere Verbreitung erfahren haben. Ein Beispiel hierfür ist die Anwendung von Kombin­ationen homöopa­thischer Einzel­mittel, ohne indivi­duelle Mittel­wahl, die sich hier, ähnlich wie in der Allopathie, mehr an der Diagnose und dem all­gemeinen Krankheits­bild orientiert. Es gab auch Versuche, die Homöopathie aus theoretischen oder welt­anschaulichen Gründen zu modifizieren. Dadurch ist die Definition der Homöopathie unscharf geworden, und manch­mal wird der Begriff fälschlicher­weise synonym für Natur­heil­verfahren oder un­konventio­nelle Medizin insgesamt verwendet.

Grundlagen

Wie Hahnemann selbst sagt, sind die Grundlagen der Homöopathie „Beobachten, Nach­denken und Erfahrung‟. Am Anfang der Homöopathie stand kein theoretisch beein­flusstes Konzept, sondern allein die ärztliche Beobachtung: Insofern ist die Homöopathie eine reine, ärztliche Erfahrungs­wissenschaft ohne unmittel­bare welt­anschau­liche Voraus­setzungen. Konkret erfolgt die Auswahl homöopa­thischer Arznei­mittel auf der Grundlage der Ähnlichkeits­regel, den Ergeb­nissen der Arzneimittel­prüfung mit gesunden Menschen und unter Beachtung der individuellen Situation jedes einzelnen Patienten.

Die Ähnlichkeitsregel „Similia similibus curentur‟

Experimentell hat Hahnemann heraus­gefunden, dass jedes Arznei­mittel genau die Beschwerden heilt, die es in ähnlicher Form auch erzeugen kann: „similia similibus curentur‟ (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt). Auch außerhalb der Homöopathie begegnen uns Ähnlichkeits­beziehungen: Bei Prellungen durch Schlag oder Sturz lindert Druck den Schmerz; Schmerz­mittel können Kopf­schmerzen verursachen; Antiar­rhythmika können Herz­rhythmus­störungen erzeugen.

Hahnemann hat nach­gewiesen, dass es sich bei dieser Ähnlich­keit zwischen ver­ursachten und geheilten Beschwerden nicht um „paradoxe‟ Einzel­fälle handelt, sondern um eine biologische Gesetzmäßigkeit, die allgemein gültig und therapeutisch nutzbar ist. Diese gesetzmäßige Ähnlichkeit ist der methodische Kern der Homöopathie.

Die Arzneimittelprüfung mit gesunden Menschen

Um festzu­stellen, welche Beschwerden und Krank­heiten ein Arznei­mittel erzeugen und damit auch heilen kann, werden die homöopa­thischen Arznei­mittel an gesunden Menschen unter Beobachtung eines erfahrenen homöopa­thischen Arztes geprüft. Zusammen mit toxikolo­gischen und klinischen Beobachtungen werden die Ergebnisse der Arznei­mittel­prüfungen systematisch geordnet und veröffent­licht. So ent­stehen die so genannten „Arzneimittel­bilder‟ als umfassende Beschreibung der Wirkungen jedes einzelnen Arzneimittels.

Die individuelle Mittel­wahl

Das für den einzelnen Patienten geeignete homöopa­thische Arznei­mittel wird in jedem Krank­heits­fall individuell gewählt, das heißt, die Wahl wird von den individuellen Krank­heits­zeichen des Patienten und seinen Persönlich­keits­merkmalen bestimmt. Die klinische Diagnose oder andere Daten, die keine direkte Beziehung zur Persönlich­keit des Patienten und seiner aktuellen Situation haben, bestimmen vor allem das all­gemeine ärztliche Vorgehen; für die Wahl des homöopa­thischen Arznei­mittels sind sie weniger von Bedeutung.

Die Untersuchung

Auch die homöopa­thische Therapie baut auf der aus allgemein ärztlicher Sicht erforder­lichen Diagnostik auf. Eine homöopa­thische Unter­suchung besteht vor allem aus einer aufmerk­samen Beobachtung des Kranken und einer gründlichen Anamnese, die sich auf die aktuellen Beschwerden, die gesamte Persönlich­keit des Patienten, seine früheren Krank­heiten und die Krankheiten in der Familie bezieht. Besondere Aufmerk­samkeit gilt dann dem Geistes- und Gemüts­zustand, den sozialen Gepflogen­heiten, den Einflüssen von Temperatur, Wetter und Klima sowie den Ess-, Trink- und Schlaf­gewohn­heiten. Wenn sich ent­sprechende Anhalts­punkte ergeben, wird auch der homöopa­thische Arzt weiter­gehende Unter­suchungen (klinische Unter­suchung, Labor, technische Unter­suchungen, Facharzt) selbst durch­führen oder ver­anlassen. Die Wahl des homöopa­thisch passenden Arznei­mittels wird von diesen Unter­suchungen meist nicht beeinflusst, sondern sie bestimmen mehr die sonstigen Maß­nahmen und die Ein­schätzung des zu erwartenden Verlaufes.

Für die Arznei­mittel­wahl sucht der homöopa­thische Arzt nach den Zeichen und Symptomen, die für den einzelnen Patienten besonders bezeichnend und charakter­istisch sind, d. h. ihn von anderen unter­scheiden (1§153). Diese homöopa­thische Unter­suchung liefert die für die Arznei­mittel­wahl nötigen, auf den einzelnen Patienten bezogenen Infor­mationen. Das indivi­duelle Krankheits­bild des Patienten wird mit den dokumen­tierten Arznei­mittel­bildern verglichen, um das Mittel zu finden, das einen möglichst ähnlichen Krank­heits­zustand erzeugen kann. Eine homöopa­thische Behandlung er­fordert daher vom Arzt häufig einen hohen Zeit­aufwand und ein um­fang­reiches Literatur­studium für jeden einzelnen Patienten. Oft werden dafür Hilfs­mittel wie ein Symptomen­ver­zeichnis („Repertorium‟) und in zu­nehmen­dem Maße auch Computer benutzt. Im Rahmen einer individuellen homöopa­thischen Therapie wird in der Regel nur ein homöopa­thisches Einzel­mittel zu einer Zeit angewendet.

Die Krankheits­lehre in der Homöopathie

Durch lang­jährige Beobachtung chronischer Krankheiten entdeckte Hahnemann (2, Band 1, S. 6),‟… dass der homöopa­thische Arzt bei dieser Art chronischer Übel, ja bei allen (unvenerischen) chronischen Krankheits­fällen es nicht allein mit der eben vor Augen liegenden Krankheits­erscheinung zu tun habe, sie nicht für eine in sich abge­schlossene Krankheit anzu­sehen und zu heilen habe … sondern dass er es immer nur mit einem abgesonderten Teile eines tief liegenden Übels zu tun habe, dessen großer Umfang in den von Zeit zu Zeit sich hervor­tuenden neuen Zufällen sich zeige.‟

Es gibt also Krank­heiten, die zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten unter­schied­liche Beschwerden ver­ursachen und deren einzelne Schübe aussehen wie in sich abge­schlossene Krank­heiten ohne inneren Zusammen­hang; doch tat­sächlich sind sie Teil eines zusammen­hängen­den Prozesses, der sich über viele Jahre, ein ganzes Leben, ja über mehrere Generationen erstrecken kann. Ähnliche Zusammen­hänge sind auch in der konventio­nellen Medizin etwa bei Syphilis, AIDS und aller­gischer Disposition bekannt.

Bereits Hahnemann hat erkannt, dass die Behandlung der einzelnen Krankheits­er­scheinungen, auch wenn sie erfolg­reich ist, solche Patienten meist nicht gesund macht. Lang­fristig kann sich durch eine derartige Behandlung das chronische Leiden sogar ver­festigen und ver­schlimmern. Das ist der Grund, warum die homöopa­thische Unter­suchung die gesamte Lebens­geschichte und die Krank­heiten der Vor­fahren ein­bezieht. Die Unter­scheidung, ob es sich um eine harm­lose Befindens­störung handelt oder um den akuten Schub eines tief in der Ver­anlagung ver­wurzelten, chronischen Problems ist anhand der aktuellen Symptome, mit Labor­unter­suchungen oder anderer technischer Diagnostik oft nicht möglich, sondern nur über eine sorg­fältige Befragung zu früheren Krank­heiten und Krank­heiten bei den Vor­fahren.

Homöopa­thische Arzneimittel

Auf der Suche nach der optimalen Dosis experimen­tierte Hahnemann mit sehr kleinen Substanz­mengen und machte dabei die über­raschende Entdeckung, dass durch eine bestimmte Bearbeitung die Arzneien selbst in verschwindend kleiner Dosierung besser wirken als die Ausgangs­stoffe. So entwickelte er ein besonderes Herstellungs­verfahren für homöo­pathische Arznei­mittel, das er „Dynamisierung‟ oder „Potenzierung‟ nannte. Dabei werden die Arznei­mittel schritt­weise verdünnt und aktiviert. Verdünnt wird mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch oder Milch­zucker, aktiviert durch kräftiges Schütteln bzw. Verreiben im Mörser. Anfangs arbeitete Hahnemann mit einem Ver­dünnungs­verhältnis von 1:100; man nennt die so poten­zierten Mittel Centesimal­potenzen oder C-Potenzen. Je nach Anzahl der durch­geführten Schritte werden sie mit C1, C2, C3, … bezeichnet.

Später entwickelte Hahnemann ein kompli­zier­teres Verfahren zur Potenzierung, bei dem alle Arznei­stoffe zunächst bis zur C3 mit Milchzucker verrieben und danach in jedem Schritt im Verhältnis 1 :50.000 verdünnt werden. Diese Potenzen werden heute „LM-Potenzen‟ oder „Q-Potenzen‟ genannt. Die „Dezimalpotenzen‟ werden in jedem Herstellungsschritt nur im Verhältnis 1 :10 verdünnt und mit D1, D2, D3 … bezeichnet, ansonsten erfolgt die Herstellung wie bei den Centesimal­potenzen.

Jeder Stoff, der eine Befindens­änderung hervor­rufen kann, kann auch ein Arznei­mittel sein. Damit er im Sinne der Homöopathie gezielt ein­gesetzt werden kann, muss er potenziert und an gesunden Menschen geprüft werden. Viele Stoffe werden erst durch die Potenzierung arznei­lich aktiv, so z.B. Aurum (Gold), Calcium carbonicum (Austernschalen-Kalk), Graphit, Lycopodium (Bärlapp-Sporen) und Silicea (Kieselerde).

Die homöopa­thische Materia Medica umfasst heute über 2000 verschiedene Wirk­stoffe, von denen mehrere hundert sehr gut dokumentiert sind und breit ange­wendet werden, die übrigen je nach Umfang der verfüg­baren Dokumen­tation und persönlicher Erfahrung des Arztes mehr oder weniger häufig. Die gleich bleibende Herstellung und Qualität homöopa­thischer Arznei­­mittel ist heute in Deutschland und in der Europäischen Gemeinschaft gesetzlich geregelt. Nach dem amtlichen Homöopa­thischen Arznei­buch, HAB 1, folgten in den letzten Jahren Mono­graphien zu homöopa­thischen Arznei­mitteln im französischen Arznei­buch sowie eine all­gemeine Monographie zu homöopa­thischen Zuberei­tungen in der Europäischen Pharmacopoe. Auch in anderen Therapie­richtungen werden Arznei­mittel verwendet, die nach dem homöopa­thischen Arznei­buch her­gestellt wurden, zum Beispiel in der anthropo­sophischen Medizin. Mit Erlass der Homöopathie-Richt­linien 1992 durch die Europäische Gemein­schaft wurden die homöopa­thischen Arzneimittel erst­malig auch auf internationaler Ebene als solche anerkannt.

Möglich­keiten und Grenzen einer homöopa­thischen Behandlung

Letztlich ist die Homöopathie eine Hilfe zur Selbst­hilfe und kann immer dann helfen, wenn grund­sätzlich noch eine Möglich­keit der Selbst­heilung besteht. Mit wenigen Ausnahmen können deshalb fast alle Patienten von einer homöopa­thischen Behandlung profitieren. Nicht selten ist die homöopa­thische Behandlung die für den Patienten am besten geeignete. Beim Vor­liegen schwerer Verletzungen sowie bei allen Not­fällen und Krank­heiten, die chirurgisch oder sonst wie intensiv behandelt werden müssen, kann die Homöopathie nach Ein­leiten der ärztlich erforder­lichen Sofort­maßnahmen den Gesundungs­prozess unter­stützen. Viele lang­wierig verlaufende Krank­heiten wie z.B. Neuro­dermitis, Heuschnupfen und Bronchial­asthma und viele häufig wieder­kehrende Erkrankungen wie Mandel­entzündungen, Neben­höhlen­entzündungen, Bronchitis und Mittel­ohr­entzündungen, die durch konven­tionelle Behandlung oft nur kurz­fristig gebessert werden, lassen sich durch eine sorg­fältige homöopa­thische Behandlung oft dauer­haft bessern oder sogar ganz aus­heilen. Oft sieht man unter homöopa­thischer Behandlung eine all­gemeine Stabili­sierung: Die Patienten fühlen sich ins­gesamt wohler, werden psychisch aus­ge­glichener, allgemein leistungs­fähiger, weniger an­fällig gegen Belastungs­situationen und akute Krank­heiten. Das sind die Zeichen einer sich bessernden all­gemeinen Gesund­heit. Nicht zuletzt dadurch ist die Homöopathie sehr kosten­günstig und auch aus diesem Grund zu­nehmend aktuell.

Richtig angewendet birgt die Homöopathie nur sehr geringe Risiken. Allerdings sind auch homöopa­thische Mittel Arznei­mittel, die, unsach­gemäß angewendet, unerwünschte Wirkungen aufweisen können. Gegenan­zeigen im engeren Sinne, also Fälle in denen die Homöopathie per se schädlich ist, gibt es nicht. Es gibt aber Zustände, in denen eine alleinige Aktivierung der Selbst­heilungs­kräfte nicht Erfolg versprechend ist, sondern nur eine mehr oder weniger aggressive Behandlung. Hier dürfen nicht durch homöopa­thische Therapie­versuche die notwendigen chirurgischen oder allo­pathischen Maß­nahmen verzögert werden. Das gilt für alle Krankheiten und Unfall­folgen mit zwingender Operations­indikation oder Fälle, in denen eine intensiv­medizinische Behandlung oder eine Substitution nötig ist. So wird zum Beispiel bei schwerem Diabetes die Homöopathie in der Regel die Insulin­behandlung nicht ersetzen können und bei Aus­fall der Nieren­funktion nicht die Dialyse. Die Entscheidung muss im Einzel­fall mit ärztlichem Sach­verstand getroffen werden.

Neben­wirkungen nach Anwendung homöopa­thischer Mittel sind grund­sätzlich möglich. Sie treten bei zu häufiger und unqualifizierter Verwendung homöopa­thischer Arznei­mittel oder der Verwendung ungeeigneter Potenzen auf. Bei niedrigen Potenzen muss auch mit dem Auf­treten stofflicher Arzneimittel­wirkungen, zum Beispiel mit Überempfind­lichkeits­reaktionen, im Extremfall auch mit Vergiftungen gerechnet werden. Je besser ein Mittel zum Patienten und seiner Krank­heit passt, desto größer ist die Wahrschein­lichkeit, dass der Patient von allen Wirkungen seines Mittels profitiert. Auch die Neben­wirkungen sind letztlich Wirkungen eines Arznei­mittels. Ihr Auf­treten kann für den Arzt ein wichtiger Hin­weis zur Genauig­keit der Mittel­wahl sein. Aus diesem Grund wird im Rahmen einer homöopa­thischen Therapie und Anamnese diesem Aspekt vom Arzt eine besondere Aufmerk­samkeit gewidmet. Durch die der Reaktions­lage des Patienten angepasste Wahl des Arznei­mittels und der Potenz, sind entsprechende, unter Umständen den Patienten belästigende, Arznei­mittel­wirkungen vermeidbar.

Literatur

Georgos Vithoulkas
Medizin der Zukunft | 208 Seiten | ca. €9,–

Gerhard Risch
Der sanfte Weg | 117 Seiten | ca. €10,–

Sven Sommer (GU-Verlag)
Homöopathie – Heilen mit der Kraft der Natur | 192 Seiten | ca. €15,–